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6. März 2018 Marion Josten

BV 1421/18 - Maßnahmen für die Offenen Ganztagsschulen in Hamm, BV 1424/18 - Baumaßnahmen an den Hauptschulen in Hamm

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

meine Damen und Herren,

 

ein Projektpflaster hier, ein bisschen Geld über Umwege dort – das ist keine ernsthafte Bildungspolitik für die Zukunft! Dass mithilfe des Programms „Gute Schule 2020“ und mit Mitteln im Rahmen des Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes (KPIII-Ergänzung) jetzt einige bauliche Verbesserungen an einigen wenigen Schulen in Hamm möglich werden ---- tut uns leid, dass wir darüber nicht in Begeisterungsstürme ausbrechen können.


Bauliche Verbesserungen? Das ist eine Selbstverständlichkeit! Wir sollten stattdessen darüber reden, wie wir unser Schulsystem im Hinblick auf die Bildungserfordernisse des 21. Jahrhunderts  zukunftsfähiger gestalten können. Wie wir mithilfe einer modernen Lehr- und Lernkultur die individuelle Förderung in den Focus rücken können, so dass jedes Kind eine Perspektive hat.
Dafür brauchen wir hohe Qualitätsstandards, die stadtweit einheitlich realisiert werden.
Stattdessen begnügen Sie sich mit Brotkrumen, die das Land uns hin und wieder hinwirft. Das ist nicht zielführend. Wir brauchen stattdessen eine nachhaltige und kontinuierliche Finanzierung durch das Land und den Bund. Denn der Zugang zu Bildung muss als öffentliche Daseinsvorsorge für alle gleichermaßen gewährleistet und nicht von der Finanzkraft der Kommune oder Landes abhängig sein. Deshalb muss das Kooperationsverbot, das Bund und Ländern eine Zusammenarbeit in der Bildung verbietet, fallen.

Mängel wie fehlendes oder schlecht bezahltes pädagogisches Fachpersonal, Vertretungslehrer mit befristeten Arbeitsverträgen, fehlendes Lehr- und Lernmaterial, marode Bausubstanz oder auch fehlende Räumlichkeiten müssen behoben werden. Gute Bildung kostet Geld! Statt also Schulen gegeneinander auszuspielen oder Prioritätenlisten zu erstellen, sagen wir: alle Schulen sollen saniert und verbessert werden – und zwar sofort.
Wir müssen alle Hemmschuhe, die den Abbau von sozialen Disparitäten behindern, beseitigen. Deshalb pochen wir weiterhin darauf, dass die Gemeinschaftsschule die Regelschule der Zukunft sein muss. Sie ist inklusiv – eben eine Schule für alle! Wir müssen endlich die veralteten Strukturen in unserem Schulsystem, - die ungerecht sind, weil sie ausgrenzen, - überwinden. Die frühe Trennung in verschiedene Schulformen zementiert nachweislich soziale Unterschiede. Diese Erkenntnis ist auch bei den Eltern angekommen. Deshalb verlieren die Hauptschulen – auch in Hamm - immer mehr an Zulauf. Eltern melden ihre Kinder verstärkt an Gesamtschulen an, weil deren Absolventen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Irgendwann werden Sie daraus Konsequenzen ziehen müssen, aber wie die Vergangenheit gezeigt hat, tun Sie das immer erst, wenn Ihnen keine andere Wahl mehr bleibt, statt progressiv und vorausschauend zu handeln.