DIE LINKE. im Rat der Stadt Hamm

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17. Oktober 2017 Roland Koslowski

Antrag 602/17 – Gebäude Kleine Alleestraße

Herr Oberbürgermeister,

meine Damen und Herren,

 

mehr als 350 Menschen sind in der Stadt Hamm wohnungs- oder obdachlos, bei steigender Tendenz. Die Dunkelziffer aber dürfte weitaus höher liegen. Gleichzeitig ist die Zahl der „Sozialwohnungen“ rückläufig. Seit Jahren fordern wir mehr preiswerten Wohnraum in kommunaler Trägerschaft sowie eine wirkliche Mietpreisbremse. Es ist erfreulich und begrüßenswert, dass nunmehr die Diskussion über Wohnungs- und Obdachlosigkeit öffentlich geführt wird.

Teil dieser Diskussion sind auch die sogenannten little homes. Nun ist natürlich nicht alles, was aus den USA kommt, hilfreich und nachahmenswert. Völlig zu Recht wurde in der Presseberichterstattung ausgeführt, es gehe um „würdige Unterkünfte“ und dazu müssen wir weder in die USA, noch nach Berlin oder Köln blicken. Wir unterstützen ausdrücklich die Idee, little homes auch in Hamm umzusetzen, allerdings sehen wir das nur als Zwischenlösung an, langfristig sind nachhaltige Konzepte erforderlich. Sowohl die Stadt Hamm, als auch die SEG sind im Besitz von Immobilien, die sich als Übernachtungsmöglichkeiten anbieten. Übernachtungsmöglichkeiten, die wetterfest und beheizbar sind und keine minimalen Notlösungen darstellen.
Das von der SEG erworbene Gebäude an der kleinen Alleestraße bietet genau diese Möglichkeiten. Wir fordern daher nachdrücklich von einem Abriss abzusehen und das Gebäude einer sinnvollen Weiternutzung zuzuführen. Einer Nachnutzung, von der auch Obdachlose profitieren können. Es geht uns dabei aber nicht nur um Übernachtungsmöglichkeiten, sondern auch darum, die Angebote im Bereich Wohnungs- und Obdachlosigkeit zu zentralisieren.
Wir begrüßen die im Ausschuss für Anregungen und Beschwerden (31.05.2017) geäußerte Absicht der Verwaltung, das aktuelle Konzept zur Wohnungslosigkeit zu überarbeiten. Insbesondere der Gedanke, eine zentrale Anlaufstelle für alle betroffenen Menschen dabei nicht auszuschließen, findet unsere uneingeschränkte Zustimmung. Unter Wahrung der Trägervielfalt alle Angebote unter einem Dach, - die verschiedenen Angebote gebündelt und nicht über die gesamte Stadt verteilt, - scheint ein sinnvoller Perspektiv- und Präventivansatz.
Wir würden es dabei begrüßen, wenn auch die sogenannte Nordringszene in die Überlegungen einbezogen wird. Denn mit der Umsetzung des Projektes Kanalkante Innenstadt wird es früher oder später zur Diskussion um die genannte Szene kommen. Und genau das sollten wir frühzeitig im Blick haben und Entscheidungen mit Blick auf zukünftige Entwicklungen treffen und nicht – wie leider so häufig – später nur reagieren.