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11. Juli 2017 Marion Josten

Beschlussvorlage 1175/17 – Schulentwicklungsplan 2017 – 2022, in Verbindung mit den Anträgen 0574/17 und 0593/17

Herr Oberbürgermeister,

meine Damen und Herren,

 

wir haben dem Schulentwicklungsplan im Juli 2011 und der Anpassung der Maßnahmeplanung zum Schulentwicklungsplan der Stadt Hamm im Dezember 2012 ausdrücklich nicht zugestimmt. Wir haben – ganz im Sinne der Inklusion – kleine Klassen, mehr Lehrer*innen und multiprofessionelle Teams eingefordert. Wir haben gefordert, keine Schulstandorte aufzugeben und für großzügige Klassenräume geworben. Und wir haben im Oktober 2011 als einzige Fraktion für eine Gesamtschule in Herringen und gegen den schulpolitischen Nonsens Sekundarschule gestimmt.

Nun, fast sechs Jahre später sind auch SPD und CDU endlich bereit, den Eltern- und Schülerinnenwillen zu akzeptieren. Denn wie in wie in den vergangen Jahren, so werden auch in diesem Jahr wieder Kinder an den Gesamtschulen abgewiesen. Die Schaffung zumindest einer weiteren Gesamtschule ist in Hamm unumgänglich und findet unsere uneingeschränkt Unterstützung. Unsere Position hat sich seit dem Jahr 2011 nicht geändert. Wir sind auch weiterhin der Auffassung, in jedem Stadtbezirk muss jeder Schulabschluss möglich sein, daher bleiben wir auch bei unserer Aussage, weiterhin intensiv über einen möglichen Gesamtschulstandort in Heessen nachzudenken. Durch schulpolitischen Stillstand wird das Bildungsgefälle in der Stadt Hamm nicht beseitig. Im Übrigen sind es gerade die Gesamtschulen, die überproportional viele Förderschüler aufnehmen, die Gymnasium haben sich dagegen exklusiv aufgestellt, die Zahl der aufgenommenen Förderschüler ist mehr als überschaubar.

(Förderschüler - An den 5 Hauptschulen sind es 28 Schüler, an den zwei Gesamtschulen 24, an den sechs Gymnasien 9, an der Sekundarschule 8.)

Wir halten es für mutig, vielleicht aber auch für realitätsfern davon auszugehen, dass die Hauptschulen nicht in ihrem Bestand gefährdet seien. Natürlich wird die dritte Gesamtschule Auswirkungen insbesondere auf die Hauptschulen haben. Hauptschulen werden von vielen Eltern und Schüler*innen nur noch als Restschule wahrgenommen.

Alle Hauptschulen werden Schüler*innen an die Gesamtschulen abgeben, insbesondere im Hammer Westen. In den Familien, in denen es finanzierbar ist, werden wir einen Schultourismus zwischen den Stadtteilen erleben, das Bildungsgefälle vor Ort wird dadurch nicht beseitigt.

Es ist nicht ausreichend, im Bereich der OGS nur den Gebäudebestand weiter zu entwickeln, in den OGS werden Kinder eben nicht immer fachkompetent betreut, sondern oftmals nur verwahrt. Es ist dafür Sorge zu tragen, dass die OGS auch personell besser ausgestattet werden, insbesondere auch mit qualifiziertem Personal. Und genau in diesem Punkt geht der Antrag 0574 nicht weit genug. Nicht nur für angemessene räumliche Ausstattung ist zu sorgen, sondern es muss auch die Betreuungssituation, die Intensität und damit der Personalschlüssel massiv erweitert werden. Und genau das fehlt in dem Antrag von CDU und SPD, wir wollen nicht an dem unbefriedigendem Status Quo festhalten, sondern eine wirkliche Betreuung der Kinder im OGS Bereich. Und das geht nur mit zusätzlichen Fachkräften. Wir lehnen schulische Einzelfalllösungen – also Priorisierungen - ab und fordern einheitliche Standards stadtweit und somit für alle Schulen. Natürlich wissen wir, ursächlich verantwortlich für den immensen Investitionsstau an fast allen Schulen ist der hier immer wieder gelobte Stärkungspakt. Aber dafür ist kein Schüler und keine Schülerin verantwortlich.

Daher bitten wir um getrennte Abstimmungen zu den Antragspunkten 1 – 3 im Antrag 0574.

Und ein letzter Satz zum Schulentwicklungsplan: Selbstverständlich hätte dieser Schulentwicklungsplan in den Bezirksvertretungen, im Schulausschuss, aber auch im KJHA diskutiert werden müssen, zudem ist es ein Versäumnis, die Schulen in sogenannter "freier Trägerschaft" nicht zu erwähnen. Zum Einen werden auch diese Schulen weitgehend steuerfinanziert, zum Anderen wird die Änderung der Schullandschaft auch auf einige dieser Schulen langfristig Auswirkungen haben.

(Landschulheim Schloss Heessen, Gymnasium in freier Trägerschaft
Marienschule - Realschule in Trägerschaft der katholischen Kirche
Waldorfschule)