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6. März 2018 Alisan Sengül

Beschlussvorlage 1395/18 - Bebauungsplan Nr. 03.096 – Sondergebiet Möbelkompetenzzentrum Unnaer Straße – 1. Aufstellungsbeschluss 2. Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

meine Damen und Herren,

 

wir haben uns von Anfang an gegen die Ansiedlung des Möbelmarktes an der Unnaer Straße ausgesprochen und wir sehen uns mit den aktuellen Entwicklung in unserer Haltung bestärkt. Was wir hier erleben, ist das Wettrüsten von Gewerbetreibenden auf Druck eines hart umkämpften Marktes.

Auf der Strecke bleiben die Innenstädte und die Gewerbesteuereinnahmen der Kommunen des östlichen Ruhrgebiets. Hier müsste von Seiten der Politik steuernd eingegriffen werden, anstatt das Spiel weiter voran zu treiben.

Ich möchte das hier an zwei Punkten verdeutlichen:
Jede Ansiedlung auf der grünen Wiese führt zum Kaufkraftverlust im Zentrum. Das haben bereits die 2010 vorgelegten Gutachten prognostiziert.
Und genau das soll durch die Erweiterung des Standortes durch den Markt “Preisrebell” nochmals verschärft werden.
Das so genannte Nebensortiment wird nochmal ausgebaut, obwohl man weiß: Jeder Euro in dieser an Kaufkraft armen Stadt kann nur einmal ausgegeben werden.
Wer also der Erweiterung an der Unnaer Straße zustimmt, schwächt wieder die Hammer Innenstadt.
Müssen wir auch mal einen Blick über den Tellerrand hinauswerfen.
In Dortmund wird gerade die Ansiedlung zweier neuen Möbelmärkte mit insgesamt über 80.000 qm Verkaufsfläche vorbereitet.
Der zu erwartende Abfluss von Kaufkraft aus der Region wird für bestehende Handelsstandorte Konsequenzen nach sich ziehen. Natürlich auch für Hamm.
Es handelt sich dabei regelrecht um ein Rotationsmodell mit immer neuen und größeren Handelsstandorten an der einen Stelle und dem Niedergang von Alten an der anderen: “The winner takes it all”.
Die Bedürfnisse der Menschen, regionale Zusammenarbeit und Nutzung von Synergieeffekten bleiben dabei auf der Strecke.
Zugrunde liegt ein schlecht durchdachtes System der kommunalen Gewerbesteuern, um die sich die Städte in einem Wettbewerb befinden und durch die sie sich gezwungen sehen, dieses Spiel der Konkurrenten mitzuspielen. Da machen wir nicht mit.
Übrigens: Dem entgegen zu steuern, war eigentlich die Idee des regionalen Einzelhandelskonzepts für das östliche Ruhrgebiet.
Doch statt hier steuernd einzugreifen, sollen wir nun mit dieser Beschlussvorlage die Irrationalität der Marktteilnehmer absegnen.
Das lehnen wir, Die Fraktion DIE LINKE, ab.