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Hartmut Gliemann

0149/15 - Schulverpflegung - Schulausschuss

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,

 

Kinder wachsen in einem Umfeld auf, das große Herausforderungen an den Erhalt der Gesundheit und an die Entwicklung von sozialen Beziehungen stellt. Oft bedingt durch die Berufstätigkeit beider Elternteile oder durch lange Anfahrtswege zur Schule in ländlichen Gebieten, wird die ganztägige Betreuung von Kindern und Jugendlichen immer häufiger zur Aufgabe der Schulen.

Die OECD-Studie PISA löste zudem Diskussionen über die besten Rahmenbedingungen schulischen Lernens aus. Viele Wissenschaftler, Lehrkräfte, Eltern sowie Politiker sehen in Ganztagsschulen dazu die Lösung. Durch die Einrichtung von Ganztagsschulen wird Schule zum zentralen Lebens- und Erfahrungsraum für Kinder und Jugendliche. Die Verpflegung der Schüler hat heute eine zentrale Bedeutung im „Lebensraum Schule“.

Die Ausgabe der Mittagessen für die Schüler zum Nulltarif wird als Erfolg gefeiert, ohne dass Bezug genommen wird zur Qualität der Verpflegung. Es dürfte allgemein bekannt sein, dass es nicht nur darum geht, schmackhaftes Essen auszugeben, sondern dass zu einer gesunden Ernährung ausreichend Obst und frisches Gemüse gehören. Zu einem gesunden Essen gehören außerdem ein ausreichend großer Speiseraum, in dem die Geräuschkulisse erträglich ist sowie eine Gestaltung dieses Aufenthalts, die ein genussvolles Essen ermöglicht.

Insgesamt – auch wenn diese eine Angelegenheit des Gesetzgebers ist -  ist es nicht nachvollziehbar, dass Schulessen mit 19 % besteuert wird, aber Fastfood-Verköstigung und Tierfutter lediglich mit 7 % angesetzt werden.

 

Dazu bitten wir um Beantwortung der folgenden Fragen:

 

  1. Ist in den Schulen für ein ausreichendes Trinken z.B. durch Trinkwasserspender o.ä, vorgesorgt?
  2. Gibt es an allen Schulen einen Kiosk, der den Schülern eine Zwischenmahlzeit unter Berücksichtigung der DGE-Qualitätsstandards ermöglicht?
  3. Wird bei der Auswahl des Caterers und seinem Angebot eine Ökotrophologin hinzugezogen? Wer ist seitens der Schule ausreichend qualifiziert, um auf die Auswahl des Essens zu achten?
  4. Ist im Menüpreis ein Getränk enthalten?
  5. Inwieweit werden seitens des Caterers bei der langfristigen Planung die folgenden Aspekte berücksichtigt?
  • Das saisonale Angebot
  • Kulturspezifische und regionale Essgewohnheiten sowie religiöse Aspekte
  • Getreide, Getreideprodukte und Kartoffeln werden abwechslungsreich angeboten
  • Schülern mit Lebensmittelunverträglichkeiten wie Allergien wird die Teilnahme an den Mahlzeiten ermöglicht
  • Die Wünsche und Anregungen der Schüler sind in geeigneter Form in der Speisenplanung berücksichtigt
  • Bei Gerichten mit Schweinefleisch wird eine alternative Fleischsorte angeboten
  1. Werden die folgenden Kriterien seitens des Caterers berücksichtigt?
    - Es wird auf eine fettarme Zubereitung  geachtet
    - Frittierte und/oder panierte Produkte werden maximal „4 x“ in 20 Verpflegungstagen angeboten
    - Für die Zubereitung von Gemüse und Kartoffeln werden fettarme und nährstofferhaltende
       Garmethoden (Dünsten, Dämpfen, Grillen) angewendet
    - Zum Würzen werden frische oder tiefgekühlte Kräuter bevorzugt
    - Jodsalz wird verwendet, es wird sparsam gesalzen
    - Zucker wird in Maßen eingesetzt
  2. Wird auf eine maximale Warmhaltezeit der vorbereiteten Speisen von drei Stunden geachtet?
  3. Wird seitens der Schule oder des Schulträgers regelmäßig überprüft, ob die schon Ende der 90-er Jahre durch das Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen (ENHPS)formulierten  Kriterien einer schulischen Ernährungsbildung eingehalten werden?
  4. Werden seitens der Schulen bei Schülern mit Adipositas Gespräche geführt übere seine Ernährung?
  5. In Göttingen wird die Schulverpflegung durch die Stadt selber angeboten, wodurch die 19% Mehrwertsteuer gespart werden, d.h. jährlich etwa 120.000€, eine Ersparnis die den Schülern, hier der Stadt selber zugute kommt. Ist in Hamm ein ähnliches Modell angedacht.? Wenn nein, warum nicht?

 

Mit freundlichen Grüßen

                                               FdR

 

Hartmut Gliemann                        Dagmar Herbert
Mitglied im Schulausschuss            Fraktionsgeschäftsführerin