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Selda Izci

0611/21 Fortschreibung Schulentwicklungsplanung Förderschulen

Herr Oberbürgermeister,

Meine Damen und Herren,

die Beschlussvorlage macht deutlich: Wir müssen uns der Zunahme der Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarfen stellen.

Das zugrundeliegende Gutachten weist dafür Ursachen,  Rahmenbedingungen und kurzfristig umsetzbare Lösungswege auf.

Diese werden mit der aktuellen Beschlussvorlage angegangen. 

Es ist gut, jetzt zu reagieren und das Raumangebot an den Standorten zu erweitern. Das findet unsere Zustimmung.

Auf der anderen Seite legt das Gutachten aber auch grundsätzlich den Finger in die Wunde und da sollten wir genau hinhören:  

  • So wird dort eine Auswertung von Helen und Marcus Knauf zitiert, die zu folgendem Befund gelangt:  
  • „Statt Kinder mit Behinderung aus den Förderschulen herauszuholen und inklusiv zu beschulen, werden immer mehr Schülerinnen und Schüler an allgemeinen Schulen als Behinderte deklariert. [...] Diese „neuen Behinderten“ verschaffen den Schulen zusätzliches Personal und damit Entlastung. Auf der Strecke bleiben die Kinder an den Förderschulen, die nicht bzw. nur unter schlechten Rahmenbedingungen in die allgemeinen Schulen integriert werden; ihre Integration stagniert [...] Deutschland erfüllt damit seine völkerrechtlichen Verpflichtungen aus der UN Behindertenrechtskonvention nicht.“ 

Selbstverständlich liegt die Bearbeitung dieses katastrophalen Befundes nicht allein in der Hand der Kommunen.

Aber das Gutachten gibt uns einen Handlungsrahmen mit auf den Weg. 

Um wirkliche Inklusion zu ermöglichen müssen kommunale Maßnahmen umgesetzt werden, die das lehrende Personal entlasten, also

o Schulsozialarbeit

o Ganztags- und Therapieangebote

o Zusammenarbeit mit dem Jugendamt

o Unterstützung beim Umgang mit heterogenen Lerngruppen (Differenzierung und Räume dafür)”

Das dürfen wir keinesfalls auf die lange Bank schieben. 

Nicht nur aus der Verantwortung heraus, die sich aus der Behindertenrechtskonvention ergibt, 

sondern auch angesichts der Neufassung des Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes. 

Denn das weist eindeutig in die Richtung, dass alle Schulen sich inklusiv ausrichten müssen und sich baulich als auch personell darauf vorbereiten müssen, auch Kinder mit Behinderung zu fördern.

Das heißt nichts anderes, als im nächsten Schritt die inklusive Beschulung als Ziel und als Herausforderung zu begreifen und anzugehen.

Dabei können natürlich die nun erweiterten Raumangebote an den Standorten der heutigen Beschlussvorlage eine wichtige Rolle spielen, um endlich eine gemeinsame Schule für alle zu verwirklichen.

Vielen Dank