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Roland Koslowski

0693/18 - Umbenennung Bänferstraße

Sehr geehrter Herr Raszka,

 

der ehemalige Museumsdirektor Ludwig Bänfer war aktiver Nationalsozialist, seit 1933 Mitglied des antisemitisch ausgerichteten Kampfbundes für deutsche Kultur und am Verkauf jüdischen Eigentums beteiligt. Mit der Ausstellung „Lebendige Vorzeit in Reich und Heimat“ vermittelte er 22.000 Besuchern 1937 ein nationalsozialistisch geprägtes Vergangenheitsbild. 1941 war Bänfer als Gutachter am Verkauf jüdischen Eigentums in Hagen beteiligt. Im demokratischen Parteienspektrum herrscht nunmehr Einigkeit, die Straße umzubenennen.

Daher möge die Bezirksvertretung den folgenden Beschluss fassen:
Die Bänferstraße wird in „Kurt-Goldstein-Straße“ umbenannt.
Begründung:

Kurt Julius Goldstein lebte von 1922 bis 1933 in Hamm. Er war Jude – kämpfte in den Reihen der Interbrigadisten in Spanien gegen das faschistische Franco Regime, wurde 1942 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und war einer der Überlebenden des Todesmarsches nach Buchenwald.

Für seine Verdienste im Kampf gegen das Franco Regime wurde er 1996 zum Ehrenbürger Spaniens ernannt. 2005 erhielt er den Verdienstorden 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland. In der Begründung hieß es: „Kurt Goldstein hat sich in unterschiedlichen Funktionen national und international gegen Rassismus und Antisemitismus und für Toleranz und die Achtung der Menschenrechte eingesetzt.“
Diese Ideale versuchte er bis ins hohe Alter insbesondere Jugendlichen zu vermitteln und war gern gesehener Diskussionspartner und Referent in Schulen und auf Veranstaltungen. Auch in Hamm war er mehrfach zu Gast.

Es wäre ein wichtiges Signal, die Bänferstraße nun nach einem national und international gewürdigten Antifaschisten, eines ehemaligen Mitbürgers dieser Stadt, der auch im „Goldenen Buch“ der Stadt Hamm zu finden ist, zu benennen.


Mit freundlichen Grüßen

Roland Koslowski                          Sven Kleinemeier
Bezirksvertreter                            Fraktionsgeschäftsführer