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Marion Josten

0918/19 Prüfauftrag Gesamtschule

Meine Damen, meine Herren,

Herr Oberbürgermeister,

man kann die Anmeldezahlen an den weiterführenden Schulen in Hamm drehen und wenden, wie man will. Sie zeigen eins recht deutlich: Der Bedarf nach einer weiteren Gesamtschule ist da!

Wer sich dagegen sträubt, missachtet (erstens) den Willen von Eltern und Schülerinnen und Schülern, klammert (zweitens) am überholten Dogma des dreigliedrigen Schulsystems und stellt sich (drittens) der Herstellung von Chancengleichheit in den Weg.

Denn, Jahr für Jahr kann man sich auf eine Sache in Hamm verlassen: Die heiß begehrten Plätze an den drei bestehenden Gesamtschulen werden nicht ausreichen. Kinder werden abgelehnt und können somit nicht ihre Wunsch-Schulform besuchen. Kein Wunder, dass man den Anmeldezeitraum zeitlich vor den der anderen Schulen gelegt hat. Zeitgleich schaffen es die Hauptschulen in Hamm seit Jahren nur mit Ach und Krach die Mindestanmeldezahlen zu erzielen.

Die Schülerinnen und Schüler stimmen sprichwörtlich mit den Füßen ab. Und ich bin mir dabei sicher, dass manchmal auch der Schulweg entscheidend ist.

Deswegen finden wir, dass in jedem Bezirk, jeder Schulabschluss für alle Schülerinnen und Schüler möglich sein muss.

Völlig unverständlich finden wir daher auch, dass CDU, SPD und die Grünen sich noch in der letzten Ratssitzung bemüßigt sahen, ihren ideologisch motivierten Bestandsschutz für die Hauptschulen noch einmal zu bekräftigen. Aber zugegeben: Ein weitergehendes Angebot an Gesamtschulen hätte natürlich Auswirkungen auf die anderen Schulen und würde das gegliederte Schulsystem auf lange Sicht in Frage stellen.

Jenes Schulsystem, was im internationalen Vergleich als eines der selektivsten nach sozialer Herkunft gilt.

Dieser Befund findet sich auch im gerade verabschiedeten Schulentwicklungsplan; wenn auch etwas verklausuliert.

Die Einrichtung der dritten Gesamtschule wird darin als Lösungsansatz für folgende Problembeschreibung angeführt: “Weil Wohnort und Bildungschancen in Deutschland häufig zusammenhängen, haben Kinder, die in sozial benachteiligten Bezirken aufwachsen, häufig geringere Bildungschancen. Das unterschiedliche Bildungsniveau spiegelt sich insbesondere in den Übergangsquoten wider. Es gilt, einen wirksamen Beitrag zur Entkopplung von sozialer Herkunft, ethnischer Zugehörigkeit und Bildungserfolg zu leisten.”

Aber der Bericht geht noch weiter und hält fest: “Laut Ministerium für Schule und Bildung NRW zeigen Schulleistungsstudien, dass ein Bildungssystem durch längeres gemeinsames Lernen gerechter und leistungsstärker gestaltet werden kann.”

Das zeigt, dass wir nun schnellstmöglich nach weiteren Möglichkeiten zur Einrichtung von Gesamtschulen suchen müssen bzw. zumindest sorgfältig erwägen. Wir sind uns sicher, dass die Verwaltung die infrage kommenden Standorte objektiv analysieren und dem Rat eine ausgewogene Vorlage für den weiteren Beratungsverlauf zur Verfügung stellen wird.

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