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Roland Koslowski

Antrag 0236/11 - Kluge Strategien für die Sozialarbeit vor Ort

Herr Oberbürgermeister,

meine Damen und Herren,

die Ausführungen in der Begründung dieses Antrages klingen nicht abschreckend, sie sind es. Vernetzung in der sozialen Arbeit kann sinnvoll und zielführend sein, der Antrag ist es nicht. Sozialarbeit ist eben nicht ein wenig Methodik und Didaktik und ganz viel Planung, sondern in erster Linie Beziehungsarbeit, zeit- und personalintensiv und damit  natürlich teuer. Erfolge werden nur durch Kontinuität in der Arbeit erzielt. Es ist bedauerlich, dass sie in der letzten Ratssitzung offensichtlich nicht zugehört haben, denn Herr Weymann hat das sehr deutlich ausgeführt. Das sind allerdings Erkenntnisse die jedem Studenten der sozialen Arbeit im ersten Semester vermittelt werden.

Wir brauchen keine Konferenz der Häuptlinge, sondern gut ausgebildetes, motiviertes und kontinuierlich arbeitendes Fachpersonal. Einer der Grundpfeiler sozialer Arbeit, nämlich der aufsuchende Aspekt, findet in dieser Stadt so gut wie nicht mehr statt. Streetworking gehört der Vergangenheit an, offene oder teiloffene Häuser sind nicht, oder nur noch in Fragmenten vorhanden. Immer mehr autonome Gruppen bleiben sich selbst überlassen, finden keinen Ansprechpartner mehr. Das wird perspektivisch teuer und unbezahlbar.

Was Herr Lindemann und Herr Lenz hier beantragen ist völliger Unsinn – anders ist das nicht zu benennen. Nicht Einsparungen, sondern massiver  Personalausbau ist der Schlüssel des Erfolges präventiver und erfolgreicher Arbeit im sozialen Bereich. Kluge Strategien sehen anders aus, als in dieser  Beschlussvorlage ausgeführt.          

Danke.