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DIE LINKE.

Behandlung nur gegen Bares?

LINKE-Aktion wirbt für solidarische Gesundheitsversicherung

 

Mit einer kreativen Aktion warb DIE LINKE im Bundestag am Donnerstag, 20.08.2015, in Hamm für ihr Konzept eines solidarischen Gesundheitswesens. Auf dem Bahnhofsvorplatz platzierte die LINKSFRAKTION vier Krankenhausbetten, an deren Kopfenden Parkuhren die Betrachter*innen zur Zahlung horrender Liegegebühren auforderten.

Viele erstaunte Passanten suchten das Gespräch mit den Politiker*innen, die mit der Aktion die Kommerzialisierung des Gesundheitssektors veranschaulichten. Ihre Fragen konnten die Menschen in Hamm an Kathrin Vogler, Sprecherin für Arzneimittelpolitik und Patientenrechte der LINKEN im Bundestag, sowie an die Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen des ver.di Bezirks Hamm/ Unna, Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen, richten, die in Hamm diese Aktion unterstützt haben. Für die gelungene Zusammenarbeit an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank.

 

„Es geht heute leider nicht mehr um Menschen und ihre optimale Versorgung. Die Jagd nach Gewinnen und der gnadenlose Wettbewerb dominieren unseren Gesundheitsbereich mehr und mehr”, analysierte Vogler die Lage der Krankenversorgung. Aus Patientinnen und Patienten würden Kundinnen und Kunden, Gesundheit werde zur Ware, das Gesundheitssystem ein eigener Markt, kritisierte die Gesundheitsexpertin. Diese Entwicklung sei das Resultat von politischen Entscheidungen der Bundesregierungen der vergangenen Jahrzehnte, so die Abgeordnete weiter. „Doch unser Konzept beweist: Es geht auch anders. Die soziale und gerechte Alternative bietet eine solidarische Bürgerinnen- und Bürgerversicherung. Darin ist jeder hier lebende Mensch versichert. Eine umfassende Gesundheitsversorgung für alle und eine Pflege, die sich am Bedarf der Menschen orientiert, ist möglich und finanzierbar.”

 

„Es besteht akuter Handlungsbedarf”, sieht sich Alisan Sengül, Fraktionsvorsitzender der Partei im Rat der Stadt Hamm durch die Gespräche bestätigt. Viele Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner machten gegenüber den Akteur*innen deutlich, dass nach ihren Erfahrungen zunehmend der Geldbeutel über Zugang zu Gesundheitsleistungen entscheidet. Zuzahlungen für Behandlungen, Brillen, Zahnersatz oder Medikamente würden für immer mehr Menschen zur unüberwindbaren Hürde. “Auch wer wenig Geld hat, soll die Möglichkeit haben, seine Gesundheit gut zu erhalten. Alle medizinisch notwendigen Leistungen sind wieder von der Krankenkasse zu bezahlen - das muss drin sein!”, so das gemeinsame Fazit von ver.di, Kathrin Vogler und der Ratsfraktion Hamm.

 

Auch Beschäftigte im Gesundheitswesen bekommen die Kommerzialisierung zu spüren. Personalmangel, Arbeitsverdichtung, lange Arbeitszeiten und eine untertarifliche Bezahlung sind in diesem Sektor an der Tagesordnung. „Krankenhäuser wurden in profitorientierte Unternehmen umgewandelt. Das geht zu Lasten der Belegschaften und wirkt sich unmittelbar auf die Versorgungsqualität aus”, erklärt Alisan Sengül. „Darüber hinaus ist in den Krankenhäusern ein riesiger Investitionsstau aufgelaufen”, ergänzt Kathrin Vogler. „Jährlich fehlen den Kliniken 2 bis 3 Milliarden Euro für notwendige Bauten und technische Erneuerungen. Insgesamt sind das etwa 50 Milliarden Euro.” Dafür müsse politische Verantwortung übernommen werden. „Markt und Wettbewerb sind keine geeigneten Mechanismen, um die Krankenhausversorgung in diesem Land zu steuern.”