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Digitale Endgeräte im Schulalltag - DIE LINKE kritisiert Flickschusterei

Vera Handel
Sven Kleinemeier

“Das Ausbleiben der angekündigten mobilen Endgeräte für Schülerinnen und Schüler stellt uns natürlich in erster Linie vor eine bildungspolitische Herausforderung. Falls die Geräte irgendwann in den Schulen auftauchen, bleibt allerdings die Frage nach deren Verteilung anhand von Bedarfen der einzelnen Schülerinnen und Schüler”, stellt Vera Handel, Sprecherin der LINKEN Hamm, klar. “Und da sehen wir eine schlimme Mangelverwaltung auf den Schultern der Schülerinnen und Schülern und des Lehrpersonals auf uns zukommen. Die Ausstattung mit digitalen Endgeräten muss als ein mit Schulbüchern vergleichbarer Bedarf anerkannt und umgesetzt werden.”

“Die von der Stadt angekündigte Orientierung an den Kriterien des Bildungs- und Teilhabepakets bei der Zuteilung von Leihgeräten wirft Fragen auf. Die Stadt weiß nämlich nach eigener Auskunft weder die Gesamtzahl der in Hamm lebenden Anspruchsberechtigten, noch hat sie Erkenntnisse über deren Alterszusammensetzung. Dies teilte die Stadtverwaltung auf Anfrage der LINKEN im Rat im Dezember 2019 mit (1815/19)”, so Handel weiter. “Dabei steigt der Druck, dafür Sorge zu tragen, dass Teile der Schülerschaft nicht abgehängt werden.”  

Zwar ist für das Schuljahr 2020/21 die Fortsetzung des Präsenzunterrichts in allen Schulen vorgesehen, jedoch ist die Notwendigkeit zumindest zeitweise zum Homeschooling zurückkehren zu müssen wahrscheinlich, z.B. aufgrund steigender Ansteckungszahlen oder Schüler*innen, die in der Quarantäne unterrichtet werden sollen. Dazu kommt, dass bereits jetzt die Nutzung digitaler Endgeräte selbstverständlich in deutschen Schulen ist.  So gehört die selbstständige Recherche im Internet im Rahmen von Referaten und Hausaufgaben sowie deren Erstellung und Präsentation am PC selbstverständlich zum modernen Schulunterricht, ebenso wie die digitale Kommunikation von Schüler*innen, Eltern und Lehrer*innen.

Weiter stellt sich für DIE LINKE die Frage, wie das Jobcenter Hamm mit dieser Situation umgeht? “Bislang zog man sich darauf zurück, dass ein Mehrbedarf für die Anschaffung von Endgeräten bei einkommensschwachen Schülerinnen und Schülern nicht gegeben sei. Die Schulen würden die Geräte bedarfsgerecht aushändigen. Entsprechende Anträge auf Kostenübernahme wurden abgelehnt. Diese einseitige Übertragung der Verantwortung auf die Schulen für die digitale Teilhabe von Schülerinnen und Schüler mit geringem Einkommen haben wir abgelehnt. Uns konnte auch auf Nachfrage niemand erklären, wie das bewerkstelligt werden sollte neben allen anderen Herausforderungen, die das Lehrpersonal in diesem Jahr meistern musste”, führt Sven Kleinemeier, Mitglied im Sozialausschuss für DIE LINKE, aus. In der Sitzung des Sozialausschusses am 02.06.2020 wurde das Vorgehen des Jobcenters in dieser Frage diskutiert. In einer umfangreichen Anfrage hatte er nach verschiedenen Unterstützungsleistungen der Stadt angesichts der Pandemie Anfang des Jahres gefragt. 

“Nun, da die Zahl der zur Verfügung stehenden Endgeräte nicht in geplanten Maße anwächst, fordern wir das Jobcenter auf, Mehrbedarfe anzuerkennen.” Das sahen auch verschiedene Sozialgerichte so und bewilligten den Schüler*innen Zuschüsse zur Anschaffung von PCs, Laptops, Tablets und Zubehör für den Schulunterricht. 

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