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Hand in Hand Insolvenz

„Vor mehr als 100 Jahren trat das Subsidaritätsgesetz in Deutschland in Kraft. Inhaltlich geht es dabei um die Delegation hoheitlicher Aufgaben des Staates an Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege. Die Trägerlandschaft war dabei bis vor einem Jahrzehnt durchaus überschaubar (Caritas, Diakonie, Rotes Kreuz, AWO)“, erklärt Roland Koslowski, Mitglied im Kinder- und Jugendhilfeausschuss.

„Allerdings hat die Zahl der anerkannten Träger der Kinder- und Jugendhilfe  inflationär zugenommen. Die Kinder- und Jugendhilfe ist zur Ware geworden, wenn selbst profitorientierte Unternehmen wie Aldi – Süd über eine Stiftung Teil der Jugendhilfe werden können. Eine folgenschwere Entwicklung. Gerade in der Stadt Hamm ist die Zahl der Träger nahezu unüberschaubar geworden. Dabei sind die „klassischen“ Träger mit der Übernahme zusätzlicher Aufgaben keineswegs überlastet oder inhaltlich überfordert. Die kommunale Entscheidung, zusätzliche Träger in die Stadt Hamm zu holen, ist dabei ausschließlich unter haushaltspolitischen Aspekten getroffen worden, die Fachlichkeit wurde dem untergeordnet“, so Koslowski weiter.

„Wenn es nun, wie im Fall von Hand in Hand zur Insolvenz kommt, dann mag das durchaus mit vereinsinternen Problematiken zu tun haben, aber selbst dann steht auch die Kommune in der Verantwortung. Es ist ein Offenbarungseid, wenn die Stadt nun erklärt, sie gebe keine Vorauszahlungen mehr heraus, da nicht mehr klar sei, an wen das Geld genau gehe (Radio Lippewelle 30.08.2019).  Hier wird deutlich, dass die Verwaltung bei der Auswahl der Träger in der Vergangenheit nicht immer im Sinne der Betroffenen agiert hat. Im Fokus muss das Wohl der Kinder/ Jugendlichen/ Heranwachsenden stehen. Betroffen von solch abenteuerlichen Entscheidungen der Stadt sind leider auch immer die Mitarbeiter*innen der Träger“, erklärt Roland Koslowski abschließend.