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Kommunales Jobcenter - “Erfolge” müssen sich an der Realität messen

Das Kommunale Jobcenter Hamm hat den politischen Gremien seine Bilanz für 2018 und die Planung für 2019 vorgelegt. Roland Koslowski, Geschäftsführer der Fraktion DIE LINKE im Rat der Stadt Hamm, zweifelt die vermeintlichen Erfolge des Jobcenters an:

“Allein die wachsende Zahl von Beschäftigten kann nicht als Erfolg des Kommunalen Jobcenters in Hamm gewertet werden. Es kommt auf die Qualität der Arbeit an und darauf, ob Menschen davon dieser auskömmlich leben können. Genau hier ist der Bericht des Jobcenters wieder einmal lückenhaft.”

“Alle Jahre wieder haben wir Frau Roberg sowohl im Rat als auch im Kinder- und Jugendhilfeausschuss aufgefordert, die sogenannten Vermittlungserfolge des kommunalen Jobcenters aufzuschlüsseln. Nur die Begrifflichkeit "sozialversicherungspflichtig" reicht bei Weitem nicht aus. Wir wollen wissen, wohin die Menschen vermittelt worden sind: In Ausbildung, in Minijobs, in Zeitarbeit, in Leiharbeit oder sonstige prekäre Beschäftigungsformen. Das aber sind ganz entscheidende Aspekte, denn bei den genannten Arbeitsverhältnissen sind die „Kund*innen“ des KJC von gestern auch die „Kund*innen“ von Morgen. Frau Roberg hat in den vergangenen Jahren sowohl im KJHA als auch im Rat zugesichert, die Zahlen nachzureichen. In der Vergangenheit ist es leider bei der verbalen Ankündigung geblieben, wir erwarten nun allerdings, dass Frau Roberg ihre Zusagen erstmalig einhält“, erläutert Koslowski weiter.

“Wenn wir auf die Entwicklung in der ganzen Bundesrepublik schauen, müssen wir feststellen, dass der vermeintliche Beschäftigungsboom täuscht: Eine kaum wachsende Arbeitsmenge verteilt sich auf immer mehr Personen. Es gibt also nicht mehr Arbeit, sondern nur mehr Menschen, die sie erledigen – viele davon in miesen Beschäftigungsformen wie Minijobs, unfreiwilliger Teilzeit, Leiharbeit und Werkverträgen.

Bei den erwerbstätigen, alleinerziehenden Elternteilen bleibt in Hamm die Quote derer, die auf aufstockende Leistungen angewiesen sind, unverändert bei 27,4 Prozent. Darüber hinaus beziehen noch immer 900 Personen, die in Familien mit Kindern leben, SGB-II-Leistungen, da ihr Lohn nicht zum Leben reicht. Hinzu kommen die Familien, die über gar kein Erwerbseinkommen verfügen. Für die Leistungsempfänger und für die betroffenen Kinder heißt das, eine gesellschaftliche Teilhabe und schulischer Erfolg werden massiv erschwert.

Die vorgelegten Zahlen sind erschreckend, deprimierend und für die Kinder der Weg in die sichere Perspektivlosigkeit. Und daran wird sich eben nichts ändern, wenn „Vermittlungserfolge“ des Kommunalen Jobcenters nicht nachhaltig sind; Vermittlungen in Zeitarbeit, Befristung und geringfügige Beschäftigung sind kein Erfolg“, so Koslowski abschließend.