Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

Offenbarungseid des Jugendamtes Hamm

„Sozialarbeit lebt von Inhalten, von der Arbeit mit Menschen. Sie beinhaltet die Aufarbeitung von Defiziten, sie hat primär keineswegs gesellschaftliche Werte zu vermitteln, denn die unterliegen dem Zeitgeist. Das es bei der Arbeit mit Minderjährigen – insbesondere im stationären Bereich - durchaus zu mehr als nur verbalen Auseinandersetzungen (Sachbeschädigungen) kommen kann, ist eine Erkenntnis, die so alt ist, wie die Sozialarbeit selbst. Insofern sind die Aussagen von Herrn Weymann in Teilen durchaus nachzuvollziehen“, erklärt Roland Koslowski, Ratsmitglied und Mitglied im  Landesjugendhilfeausschuss des LWL.

„Bemerkenswert an dem im WA geschilderten Vorgang ist allerdings die Tatsache, das nicht das lokale Jugendamt, sondern das Landesjugendamt tätig geworden ist. Bei den seit Jahren vorhandenen strukturellen Defiziten im Jugendamt der Stadt Hamm, ist das nun nicht wirklich verwunderlich. Bleibt die Frage, durch wen wurde das Landesjugendamt informiert, was war dem lokalen Jugendamt bekannt? All das kann nur im Rahmen einer Anfrage oder eines Antrages geklärt werden“, so Koslowski weiter.

„Da jedoch die aktuelle Rathausmehrheit in Hamm die Anzahl der Sitze in den Ausschüssen gesenkt hat, sind Ratsgruppen dort nicht mehr vertreten. Für uns bleibt somit nur der Weg, diesen Vorgang direkt im Landesjugendhilfeausschuss des LWL anzusprechen, über einen Antrag zur zeitnahen Berichterstattung.

Und während sich die Vorgehensweise des Jugendamtes der Stadt Hamm – in Obhut befindliche Minderjährige direkt wieder an den vorherigen Träger zu vermitteln, insbesondere durch völlige Hilflosigkeit auszeichnet, irrt Herr Weymann, wenn er das Landesjugendamt kritisiert. Es ist Aufgabe der Jugendämter und damit auch der Landesjugendämter jedem noch so kleinen Hinweis zur Kindeswohlgefährdung nachzugehen. Rufschädigend ist das keineswegs, kindeswohlgefährdend ist aber möglicherweise der inhaltliche Offenbarungseid des lokalen Jugendamtes“, erklärt Koslowski abschließend.