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Ratsfraktion DIE LINKE. Hamm

"Präventives Umsteuern im Jugendamt" – WA 01.05.2014

"Es ist gut und richtig, wenn Fehlentscheidungen des lokalen Jugendamtes in der Presse thematisiert werden. Es ist gut und richtig, wenn sich Eltern / Sorgeberechtigte oder das soziale Umfeld von Minderjährigen an die Medien wenden, um Fehlentwicklungen aufzuzeigen. Es ist allerdings unverantwortlich wenn Herrn Lenz Eltern verunsichert, die ausschließlich und verantwortungsbewusst zum Wohle der Minderjährigen handeln. Es ist realitätsvermeidend, wenn Herr Lenz erklärt, der Schutz von Kindern und Jugendlichen habe für die SPD weiterhin höchste Priorität. Während der wochenlangen – und im WA dokumentierten – Debatte zum Jugendamt haben sich weder die lokale SPD noch Herr Lenz positioniert", erklärt Roland Koslowski, Fraktionsgeschäftsführer.

"Herr Lenz irrt, wenn er ausführt, ambulant vor stationär könne per Vorgabe geregelt werden, eine Entscheidung über die Form der Unterbringung muss immer im Einzelfall getroffen werden. Denn nicht der lokale Haushalt, sondern das Wohl der Minderjährigen ist Entscheidungskriterium. Herr Lenz irrt ein zweites Mal, wenn ererklärt, Arbeitsverdichtung im Jugendamt sei bei der "Umsteuerung" unvermeidbar. Sie ist vermeidbar und zwar durch eine Erhöhung des Stellenschlüssels", so Koslowski weiter.

"Herr Lenz hat offensichtlich auch nicht verstanden, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Paradigmenwechsel im Jugendamt und dem durch den Stärkungspakt gedeckelten Haushalt gibt. Geradezu fahrlässig geht Herr Lenz mit den Trägern der stationären Einrichtungen und damit insbesondere den Mitarbeiter*innen um. Die Kürzungen im Bereich der Jugendhilfe werden perspektivisch die Trägervielfalt beeinflussen, die es unbedingt zu erhalten gilt. Ambulant vor stationär beinhaltet zwangsläufig, diese Trägervielfalt sowie die damit verbundenen Arbeitsplätze im stationären Bereich in Frage zu stellen. Wir brauchen in Hamm aber sowohl Angebote im stationären als auch im ambulanten Bereich, die durch die hohe Fachlichkeit der Mitarbeiter*innen gekennzeichnet sind. Wir brauchen aber auch Eltern und Sorgeberechtigte, die die Rechte von Minderjährigen achten und sie einfordern – und die bereit sind, trotz aller Bedenken und Ängste, sich an die Medien zu wenden. Und genau dazu fordern wir auf", so Koslowski abschließend.