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Straßennamen: Wenn historisches Bewusstsein und alltägliche Praxis auseinander driften, haben wir ein Problem

„Es ist richtig und durchaus zielführend, sich mit der deutschen Geschichte und den damit verbundenen Gräueltaten auseinander zu setzen“, erklärt Roland Koslowski, Fraktionsgeschäftsführer der LINKEN im Rat.  Das der prinzipiell richtige Vorstoß zur Weiterführung der Überprüfung von Straßennamen ausgerechnet von Herrn Dr. Gürles Wählervereinigung in den Rat eingebracht wurde, finde er allerdings befremdlich. “Geschichtsbewusstsein darf nicht nur in der Theorie verharren, sondern muss sich auch in der täglichen Praxis wiederfinden. Wenn das auseinander klafft, haben wir ein Problem! Dann wird die Aufarbeitung von Geschichte instrumentalisiert.”

“Es lässt aufhorchen, wenn sich nun eine in Teilen nationalistische Wählervereinigung wie Pro Hamm mit der deutschen Vergangenheit beschäftigt. Nicht der ablenkende Blick in die Vergangenheit sollte dort im Fokus stehen, sondern die Distanzierung von einzelnen Mitgliedern hinsichtlich ihrer Aussagen zur Gegenwart”, so Koslowski weiter. “Bis zum heutigen Tage hat sich die Wählervereinigung nicht glaubhaft von der Politik des Despoten Erdogan und seiner AKP Regierung distanziert. Sie haben sich nicht geäußert zum völkerrechtswidrigen Krieg in Syrien. Sie haben sich nicht distanziert von dem menschenverachtenden Vorgehen der türkischen Regierung an der Grenze zu Griechenland. Kein kritisches Wort zu den Menschenrechtsverletzungen in der Türkei, kein Wort zu den inhaftierten Regimekritiker*innen. Statt dessen ein billiger und ablenkender Versuch, andere Themenfelder zu besetzen.” Im Übrigen sei es kein Zufall, dass Pro Hamm im Rat der Stadt Hamm rechtsaußen sitze, so Koslowski abschließend.