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„Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört!"

„Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört!“ Krieg, Ausbeutung und Klimaschäden sind die wichtigsten Ursachen dafür, dass viele Menschen ihre Heimat verlassen und trotz hoher Lebensgefahr den beschwerlichen Weg nach Europa auf sich nehmen. “Diese Menschen wollen ihre Heimat gar nicht verlassen, aber ihnen bleibt keine Wahl”, erklärte Joel Olivier Zombou, Integrationstrainer und Demokratieassistent, bei der Podiumsdiskussion "Fluchtursachen", zu der der Rosa-Luxemburg-Club Hamm und die Ratsfraktion DIE LINKE eingeladen hatten.

Gemeinsam mit MdB Ulla Jelpke erklärte er im Multikulturellen Forum die verschiedenen Fluchtursachen und analysierte die Verantwortung der westlichen Welt. Dass die Herstellung und der Export von Waffen Kriegsflüchtlinge hervorbringt, ist jedem klar. Doch weniger bekannt sind die ökonomischen Interessen der westlichen Staaten und Konzerne z.B. in Afrika, die den Kontinent an den Abgrund drängen.
Überfischung und Landgrabbing sind dabei zentrale Schlagwörter.
Die Fischerei spielt in vielen Ländern Afrikas für die Ernährung aber auch für die Wirtschaft eine große Rolle. Doch im Gegenzug für finanzielle Hilfen sicherte sich die Europäische Union die Rechte, vor den Küsten zu fischen. Nun gibt es eine Überfischung in diesen Gewässern, so dass dort kaum noch Fische zu finden sind.
In der Landwirtschaft bietet sich ein ähnliches Bild: Ausländische Investoren kaufen in Afrika großflächig Land auf. Hier werden u.a. Biokraftstoffe, Reis, Erdnüsse und andere Lebensmittel angebaut, die aber sofort nach der Ernte exportiert werden.
„Wir brüsten uns damit, Exportmeister zu sein, aber auch dabei tragen die Ärmeren den Schaden: Wenn Nahrungsmittel, die aus Europa kommen, in Afrika billiger sind als die lokal hergestellten – aber auch nur, weil sie hier staatlich subventioniert werden – dann wird den Menschen in Afrika, den Bauern und Müttern, die damit für den Lebensunterhalt ihrer Familien sorgen, die Lebensgrundlage entzogen. Wenn hier gespendete Kleidungsstücke dort für ein paar Cents verkauft werden, dann wird den afrikanischen Textilhersteller*innen und Näher*innen das Einkommen streitig gemacht. Wir Europäer präsentieren uns mit unserer Entwicklungshilfe oft als Retter – dabei sind wir die Verursacher der größten Probleme in Afrika. Kurz: Wir schaffen die Fluchtursachen“, so Jelpke.