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Heessen als Standort für Portalpraxis ungeeignet

Die Verlegung der Notfallpraxis aus der Stadtmitte an den Rand des Stadtbezirks Heessen stößt weiterhin auf Kritik. Zuletzt versuchte die Kassenärztliche Vereinigung (KVWL) die Maßnahme mit der langfristigen Einrichtung einer Portalpraxis zu rechtfertigen. Selda Izci kommentiert den Vorgang für DIE LINKE im Rat der Stadt Hamm:

“Richtig ist, dass es dringend eine bessere Abstimmung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung braucht. Portalpraxen an Krankenhäusern können dabei ein Weg sein. Das, was die KVWL in Hamm gerade versucht, geht allerdings in die falsche Richtung. Es ist nicht nur eine Verschlechterung für Patientinnen und Patienten durch die schlechtere Erreichbarkeit, es ist auch das Abwälzen von nicht profitablen Zielgruppen auf die stationäre Versorgung in der Stadtmitte und auf das Rettungswesen. Es konterkariert das eigentlich Notwendige: niedrigschwellige und wohnortnahe Hilfe in medizinischen Notlagen.

Insgesamt zeigt sich an diesem Beispiel, dass die Planung der Gesundheitsversorgung nicht mehr hinter verschlossenen Türen in den Chefetagen der Betreiber, Eigentümer oder Standesvertretungen stattfinden darf. Vielmehr muss es öffentlich und transparent in den politischen Gremien stattfinden.

Es braucht eine bedarfsgerechte Planung, die Schluss macht mit dem im Konkurrenzkampf entstandenen Leistungsmosaik und Wildwuchs. Die NRW-Gesundheitsministerinnen von CDU und Grünen haben die falschen Schwerpunkte mit Zentralisierung, Verweildauerverkürzung und dem Abdrängen von Patientinnen und Patienten in den ambulanten Bereich gelegt. Wir müssen das Gesundheitssystem demokratischer aufstellen und es als verlässliche soziale Infrastruktur für die Menschen aufbauen. Gesundheit ist keine Ware!”

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