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„Krawall-Kinder“ oder besser politisches Versagen!

„Vermeintliche minderjährige „Täter“ sind leider auch immer Opfer. Sie sind Opfer ihrer Herkunftsfamilien, aber insbesondere auch Opfer eines gesellschaftlichen Systems, in dem primär Recht und Ordnung, Sauberkeit und Fleiß eingefordert werden. Empathie, soziale Kompetenz, Kontinuität und vertrauensvolle Zusammenarbeit werden seit Jahrzehnten in der Jugendarbeit vernachlässigt“, erklärt Roland Koslowski, Ratsmitglied.

„Gerade in der Stadt Hamm ist die Zahl der Träger nahezu unüberschaubar geworden, nur wenige sind dabei lokal verankert und können auf gewachsene Strukturen vor Ort zurückgreifen. Bei der Arbeit mit Minderjährigen und jungen Erwachsenen steht nicht mehr das Individuum, sondern die Bilanz im Fokus. Die Arbeit ist häufig geprägt durch  Personalwechsel, durch befristete Arbeitsverträge, und auch oftmals durch mangelnde Fachlichkeit“, so Koslowski weiter.

„Minderjährige haben keine Lobby, sie dürfen in ihrer Mehrheit nicht wählen und sind damit politisch uninteressant. Es ist beschämend, dass in dieser Stadt kein Geld für ausreichende aufsuchende Sozialarbeit vorhanden ist, gleichzeitig aber auf der Bundesebene Milliardenkredite für das Töten von Menschen bereitgestellt werden. Es spiegelt das nahezu völlige Versagen der Zivilgesellschaft und der politischen Mehrheit wieder, wenn selbst Träger, die eigentlich dem Kindeswohl verpflichtet sein müssten, vom Schulterschluss mit Polizei und Ordnungsamt sprechen“, erläutert Koslowski.

„Statt die Versäumnisse der Vergangenheit konsequent aufzuarbeiten, ausreichend finanzielle Mittel bereitzustellen und endlich eine aufsuchende Sozialarbeit zu installieren, die in der Quantität und Qualität diesen Namen auch verdient, wird an einem System festgehalten, dass längst komplett gescheitert ist. Auf der Strecke bleiben die Minderjährigen die an ihrer Perspektivlosigkeit verzweifeln“, so Koslowski abschließend.